gedankanspieleAm Montag haben Initiatoren der Kunst-Aktion “1041 Kothaufen für mehr Toleranz” selbige auf dem Killesberg in Stuttgardt verteilt.

Frida Innenhof und Günther Mailand geben an es täte ihnen leid, wenn Hundebesitzer sich durch ihr Aktion an den Pranger gestellt fühlen. Sie merken noch an das es sich nicht um Hundekot handeln soll, sondern sie dachten bei der “Erschaffung” ihrer Kunst an menschlichen Kot.

Das macht die Sache natürlich besser!

Wie kommen die beiden “Künstler” nur auf solch eine abwegige Idee, Hundebesitzer würden sich an den Pranger gestellt fühlen, und Bürger wäre aufgebracht? Ich finde das super, das dadurch die Hundebesitzer über einen Kamm geschert werden, die Hundehasser, und solche die es dadurch noch werden, sich nun weiter genötigt fühlen Giftköder, oder andere, ähnlich todbringend präparierte Futterköder auszulegen.

Nun mal Sarkasmus bei Seite. Wie bescheuert und unterentwickelt im bereich des Cerebrum muss man sein um solche Aktionen durchzuführen!? Das allerbeste ist, das die Aktion als solche gar keinen Bezug zu Hunden, Haltern, oder gar Hundehaufen hat. Der Gedanke der dahinter steckt ist, das die beiden ver(w)irrten Künstler die Aktion als einen Appell an die Stuttgarter Bürgen für mehr Toleranz verstanden haben wollen.

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„Wir wollten über die Sprache des Kots auf die Menschen zugehen“, erklärt Mailand. Dabei berufen sie sich auch auf Heinrich Heine: „Selten habt Ihr mich verstanden, Selten auch verstand ich Euch, Nur wenn wir im Koth uns fanden, So verstanden wir uns gleich“

Als einen Appell an das Verstehen, an die Toleranz der Stuttgarter, wollen sie ihre Aktion verstanden wissen. „Wir empfinden ein gewisses Unbehagen gegenüber Stuttgart“, sagen die Beiden. Sie fühlten sich hier eingeschnürt, angesichts der Dominanz ökonomischer Fragestellungen. Eine Vielseitigkeit und Vielschichtigkeit sei aber wichtig für eine Stadt. Im Kessel, wo nicht nur der Raum für Diskussionen, sondern auch der Lebensraum an sich begrenzt sei, stehe jedoch die Wirtschaft über allem, und dadurch bliebe zu wenig Raum für andere Perspektiven und Lebensentwürfe.

„In Stuttgart geht durch die Glattheit und die Über-Ordentlichkeit viel Raum für Kreativität verloren“, sagt Innenhof. Beide betonen, dass diese Kehrwochenmentalität, wie Mailand es nennt, auch gute Seiten habe. Vor allem hinsichtlich der Sauberkeit werde in Stuttgart aber eine Extremität an den Tag gelegt, die fast schon zum Zwang werde. Aus dieser als zwanghaft wahrgenommenen Sauberkeit und der Dominanz des Geschäftemachens sei letztlich die Idee geboren worden, den Kot als Kommunikationsweg zu wählen.

Ich überlege nun einfach mal ob mein Hund nicht auch ein Künstler ist. Der appelliert dann an unsere heimischen Bürger um mehr Toleranz für Hunde. Der kann auch menschenähnliche Kothaufen machen. Das ist dann Kunst, und ich darf diese natürlich dann nicht mittels Kotbeutel entsorgen, denn das würde doch den Künstler zu tiefst verletzen, weil man seine Botschaft missverstanden hat. Dann mal schauen wer meinen Hund in der Nachbarschaft so versteht, und wer hier in unserer Straße mit Kunstverstand gesegnet ist.

Natürlich sind Attrappen keine echten Haufen, und riechen und matschen auch nicht wenn man hinein tritt. Ich frage mich nur, ob man als selbst ernannter Künstler ohne Sinn und Verstand seine Kunst jedem aufdrängen darf, ohne mit Strafverfolgung rechnen zu müssen, selbst wenn man andere Gruppen dadurch in Misskredit bringt, oder wenigstens die Kosten der Beseitigung zu tragen, falls die Kunst unerwünscht ist, und ohne Erlaubnis “ausgestellt” wurde.