Hinter dem Bürgersaal könnte eine Freilauffläche für Vierbeiner entstehen. 60 Unterstützer hat die Interessengemeinschaft schon. Am Dienstag ist die mögliche Hundewiese ein Thema im Umweltausschuss.

Die später noch abgezäunte Grünfläche hinter dem Bürgersaal wäre die optimale Spielwiese für Vierbeiner, davon sind Katharina Rose, Simon Bongers, Lea-Marie und Kathrin Lorscheider überzeugt. FOTO: Gerhard Seybert

Die Wiedersehensfreude bei Lennox und Noah ist riesengroß. Innerhalb weniger Sekunden haben sich die Leinen der beiden Hunde ineinander verknäult. Das wäre nicht passiert, wenn der Labrador und der Mermmano-Retriever-Mix ohne Leine aufeinandertreffen würden.

Wenn es nach Katharina Rose, Simon Bongers und Kathrin Lorscheider geht, könnte das schon bald der Fall sein. Sie wünschen sich eine Hundewiese für ihren Heimatort Issum. Bisher müssen sie nach Kamp-Lintfort fahren, wenn sie die Vierbeiner auf einem eingezäunten Areal frei laufen und miteinander spielen lassen wollen. Innerhalb der Gemeindegrenzen gehören Hunde nämlich an die Leine.

“Uns geht es darum, dass die Tiere mehr soziale Kontakte haben”, sagt Lorscheider. Die Issumer erzählen von der Hundewiese in Kamp-Lintfort, zu der einer eine Thermoskanne Kaffee mitbringt, der andere Tassen und man auf der Bank sitzt, die Hunde stundenlang spielen lässt und miteinander ins Gespräch kommt. Deswegen wünschen sie sich eine Bank für die Hundewiese. Und noch einen Behälter mit Hundekotbeuteln. “Alles was auf der Hundewiese ist und dort entsorgt wird, landet nicht auf Gehwegen”, beschreibt Rose einen weiteren Vorteil einer Hundewiese im Ort. 

Für die Errichtung des Platzes würden einmalig 15.400 Euro im Issumer Gemeindehaushalt 2018 anfallen. Darin enthalten sind die Kosten für die Umzäunung. Vielleicht könne man auf bestehende Zaunelemente, die nicht mehr genutzt werden, zurückgreifen, schlagen die Hundefreunde vor. “Die Hundewiese muss zweckmäßig sein, keinen Schönheitspreis gewinnen”, sagt Rose. Die Kosten pro Jahr für die Abfallentsorgung lägen bei 1980 Euro. Die Hundebesitzer geben zu Bedenken, dass sie so auch wieder etwas zurückbekämen. Sie bezahlen pro Jahr 72 Euro Hundesteuer, wer mehr Hunde hat auch mehr. “Issum ist mit seinen vielen Grünflächen eine supertolle Hundegemeinde”, findet Katharina Rose.

Möglich wäre eine Hundewiese an drei Stellen. Im Bereich des Parkplatzes am Amray ist eine 750 Quadratmeter große Fläche. Die wird allerdings auch beim Reitturnier im Herbst genutzt. Eine weitere Fläche ist im Bereich des Wanderweges Kapellener Straße. Allerdings sei der schlauchartige Zuschnitt eher unglücklich. Am praktikabelsten sei die Wiese hinter dem Bürgersaal. “Dahinter wohnt keiner, man kann am Vogt-von-Belle-Platz parken”, fassen es die Befürworter der Hundewiese zusammen. Ein Zaun soll noch drum, Höhe etwa 1,80 Meter. Rein sollen die Hunde durch eine Art Schleuse. Es gibt zwei Tore. Im Zwischenabschnitt kann der Hund abgeleint werden, bevor er auf die Wiese kommt. “Dann haben alle das gleiche Level”, erklärt Katharina Rose das Sozialverhalten der Hunde. Gemeinsam mit Simon Bongers hatte sie die Idee als Juso angestoßen. Mittlerweile hat sich eine parteiunabhängige Interessengemeinschaft gebildet mit rund 60 Unterstützern.

Kathrin Lorscheider hatte schon ein Gespräch mit Issums Bürgermeister Clemens Brüx und die konkreten Planungen der Gruppe vorgestellt. Klar ist, die Mitglieder der Interessengemeinschaft werden die Pflegearbeiten übernehmen. Sie haben sich schon umgehört. Zwei Mitglieder haben einen Sitzrasenmäher. Am Dienstag wird die Hundewiese Thema im Ausschuss für Umweltschutz, Ortsgestaltung und Denkmalpflege sein.

Quelle: RP