22 Hunde in überhitztem Sprinter: Illegaler Transport aus Russland in Wiesbaden gestoppt

Die Tiere waren in einem erbärmlichen Zustand. Verdreckt, halb verhungert und verdurstet, in den eigenen Exkrementen liegend. “Fürchterlich”, so eine Sprecherin der Autobahnpolizei Wiesbaden. Ein illegaler Hundetransport aus Russland wurde von der Autobahnpolizei aufgrund eines Hinweises am Montag auf der Autobahn A3 gestoppt und zur Raststelle Medenbach geleitet.

Die Beamten fanden in dem Mercedes Sprinter mit Moskauer Kennzeichen 22 Hunde, vermutlich Straßenhunde, die hier an “Pflegestellen” oder Tierheime vermittelt werden sollten, wie die Polizeisprecherin sagt.

Die Tiere wurden alle vom Wiesbadener Veterinäramt in Quarantäne genommen, unter anderem soll jetzt erst mal ihr Impfstatus geklärt werden. Gegen die vier russischen Transporteure und ihre möglichen Hintermänner wird ermittelt, so die Polizei. In dem Transporter sei es vielleicht 40 Grad heiß gewesen, berichtet die Polizeisprecherin. Und Dr. Andrea Escher, Leiterin des Amts für Veterinärwesen und Verbraucherschutz, ergänzt, dass der Wagen “völlig überladen” gewesen, die Bedingungen für die Tiere, die allesamt in amtlicher Verwahrung sind und aufgepäppelt werden, entsprechend qualvoll waren. “Es stand kein Wasser zur Verfügung”, so Escher. Gefüttert wurden die Tiere auch nicht.

Nach gefundenen Unterlagen seien sechs Hunde und eine Katze bereits ausgeliefert worden. Ursprünglich also waren es fast 30 Tiere, die eng zusammengepfercht über eine weite Strecke transportiert worden waren. “Und mit Hunden und einer Katze sogar unterschiedliche Arten, die sich nicht unbedingt vertragen.” Escher meint, die Welpen und Jungtiere würden wohl unter dem Deckmantel des Tierschutzes “gerettet” und möglicherweise über Internet angeboten. “Es gibt genügend Leute, die über Internet einen Hund bestellen.”

Vorläufig würden die Tiere “anderweitig untergebracht” und nicht ausgeliefert. Es hätten sich, so die Polizeisprecherin, schon Leute von Pflegestellen gemeldet, die nach ihren Tieren fragten.

Quelle: echo-online